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Sicherheit von außen und innen

Bei den fermacell Holzbau-Tagen 2018 haben sich mehr als 80 Teilnehmer aus Zimmerei- und Holzbaubetrieben im Informations-Zentrum in Bad Grund von Experten über die neuesten Trends und Entwicklungen informiert. Dabei ging es vor allem um die Themen Fassade und Brandschutz im Holzbau. (Foto: James Hardie Europe)

Holzbautage 2018
Foto: James Hardie Europe

Extreme Wetterphänomene als Folge des Klimawandels werden immer häufiger. Wissenschaftlern zufolge müssen wir in Zukunft mit noch mehr Stürmen, Starkregen und Hitzewellen rechnen. Das wird sich auch auf die Art zu bauen auswirken. Unsere Häuser brauchen nicht zuletzt Fassaden, die sicheren Schutz bieten. Für fermacell ein Grund, während der diesjährigen Holzbau-Tage den sehr vielschichtigen Themenkomplex ‚Sicherheit von außen und innen‘ in den Fokus zu stellen. So fragte Dr. Dipl.-Ing. Thomas Schrepfer, CRP Bauingenieure GmbH, in seinem Vortrag über Außenwandbekleidungen gleich zu Beginn der Veranstaltung: „Was muss für eine Zulassung geprüft werden – was sind die Konsequenzen für die Praxis und wie sind die Erfahrungen mit verschiedenen Systemen in der Praxis?“ Sein Fazit: „Hinterlüftete Außenwandbekleidungen bieten Vorteile im Hinblick auf das Feuchteverhalten und damit auf die „Robustheit“ des Systems“. Allerdings verwies er darauf, dass Außenwandbekleidungen immer als System verbaut werden müssen. „Insbesondere bei der Verwendung von WDVS im Holzbau“, betonte der Fachmann, „ist auf eine intensive Planung der Anschlussdetails und auf eine fachgerechte Ausführung zu achten“.

Mit den Fassadenbekleidungen HardiePlank und HardiePanel aus Faserzement stellte Claudia Sefrin zwei Produkte aus Faserzement vor, die wetterbeständig und langlebig sind. Zimmermeister Michael Sperling von der Sperling Holzbau GmbH aus Baddeckenstedt hat beide Fassadenbekleidungen bereits in mehreren Objekten verarbeitet. Während der Holzbau-Tage berichtete er über seine Erfahrungen. Er stellte den Bau eines Kindergartens vor, bei dem nach ursprünglicher Planung die Fassaden sowie die Deckenuntersichten des Neubaus mit einer Stülpschalung aus Holz bzw. mit Sperrholzplatten und Farbbeschichtung ausgeführt werden sollte. Er habe die neuen Fassadenbekleidungen bereits in der ersten Baubesprechung als alternative Lösung empfohlen, so der Zimmermeister. Und obwohl das von der Gemeinde schließlich angeforderte Nachtragsangebot im Vergleich zur ursprünglich geplanten Holzvariante Mehrkosten von ca. 15% aufwies, wurde die alternative Lösung schließlich realisiert. „Eine Kostenaufstellung des Bauherrn“, erinnerte sich Michael Sperling, „ergab, dass sich die Mehrkosten bereits beim ersten Renovierungsfall amortisiert hätten“ und unterstrich: „Die niedrigen Unterhaltungskosten waren der Schlüssel zum Umschwenken von Holz auf Faserzement“.

Im Praxisteil konnten sich die Teilnehmer über die Verarbeitung der HardiePanel und HardiePlank Fassadenbekleidungen informieren und z. B. den Zuschnitt mit dem HardieGuillotine Schneidwerkzeug oder die Montage auf der Unterkonstruktion selbst ausführen.

Um vorgefertigte Fassadenelemente ging es im Vortrag von Dipl.-Ing. Johann Peteratzinger, Huber & Sohn GmbH, Eiselfing. Er stellte am Beispiel ausgeführter Objekte die Vorzüge der Vorfertigung und der bauphysikalischen Eigenschaften von Fassadenelementen in Holzbauweise dar. DI Sylvia Polleres von der Holzforschung Austria in Wien zeigte anhand zahlreicher Praxisbeispiele Lösungen für die Behebung von Schäden und gab Empfehlungen für die richtige Ausbildung verschiedener Anschlussdetails in der Gebäudehülle. „Dies ist“, betonte die Referentin, „eine essentielle Grundlage für den erfolgreichen Bau und für eine lange Nutzungsdauer von Gebäuden“. Die Vorstellung der aktuellen Neuerungen aus dem fermacell Detailkatalog durch Dipl.-Ing. Rasmus Haake und B. Eng. Tim Krapohl, James Hardie Europe, vertiefte das Thema. Dipl.-Ing. Kai-Uwe Schröder, Nordhaus-Fertighaus GmbH, berichtete vom Bau eines Bürogebäudes in Holzbauweise mit 900 m² Nutzfläche, das in nur 5 Monaten fertiggestellt werden konnte. „Die Bauweise macht es möglich“, resümierte der Referent.

Der zweite große Themenkomplex der Veranstaltung war der Bereich Bandschutz. Prof. Dipl.-Ing. Volker Schiermeyer, HSW-Ingenieure, hatte hat sich das Thema „Brandschutz im Holztafelbau – Planung und Bemessung“ vorgenommen. Dabei sprach er die Definitionen der Brandschutzanforderungen aus den Landesbauordnungen mit Beispielen und Begriffsdefinitionen an und erklärte anhand von Praxisbeispielen die Grundzüge der Brandschutzbemessung von nicht geschützten und geschützten Bauteilen und deren Auswirkungen auf Planung und Bemessung. Dipl.-Ing. Markus Möllenbeck, James Hardie Europe, stellte neue allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnisse und Zulassungen zum Brandschutz vor.  

Um das neue Bauvertragsrecht und die Auswirkungen auf die Baupraxis ging es im Vortag von RA Falk Kalkbrenner, Baugewerbe-Verband Sachsen-Anhalt. Hier besteht, so der Referent, „erheblicher Beratungsbedarf. Die Bauwirtschaft müsse sich auf grundlegende Änderungen einstellen, z. B. durch besondere Regelungen des Umgangs mit Nachträgen“. Kalkbrenner stellte die wichtigsten Änderungen vor und erläuterte unter anderem, wie das Thema Ein- und Ausbaukosten bei mangelhaften Baumaterialien neuerdings gehandhabt wird. Zudem gab er Tipps zum richtigen Verhalten, wenn es z. B. um Abnahme und Zustandsfeststellung oder Bauhandwerkssicherung geht.

Die nächsten Holzbau-Tage finden voraussichtlich am 7. und 8. November 2019 statt. Der Termin wird rechtzeitig vorher bekannt gegeben.

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