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Keine Hitzewallungen

Im Frühjahr 2012 bezogen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rosen Gruppe – einem Spezialisten auf dem Gebiet innovativer Inspektionsverfahren – ein neu errichtetes Technologie- und Forschungszentrum in Lingen im Emsland. Die rund 5.500 Quadratmeter große Deckenfläche des Gebäudes stellt als Kühl- und Heizsystem die optimale Klimatisierung des Neubaus sicher. (Foto: Saint-Gobain Rigips)

Kühldecke
Beflügelt. Eine zusätzliche Leistungssteigerung um bis zu 15 Prozent wurde durch die Ausführung der Klimadecken als Deckensegel erzielt. Foto: Saint-Gobain Rigips

Der Büroneubau der Rosen Gruppe hat drei Geschosse, auf denen Einzel- und Gruppenbüros sowie diverse Besprechungs- und Aufenthaltsräume untergebracht sind. Für Andreas Breer, verantwortlicher Projektleiter der mit den Trockenbauarbeiten der Kühldecke beauftragten Gödiker GmbH, und sein Team begannen die Arbeiten Ende 2011. In nur drei Monaten sollte das komplette Heiz- und Kühldeckensystem montiert und einsatzfähig sein. Der enge Zeitrahmen konnte durch die Abstimmung der Projektpartner Emco und Rigips einhalten werden. Die Grundlage für den raschen Baufortschritt legten exakt vorgefertigte Elemente sowohl für die Unterkonstruktion als auch für die anzufertigende Gipskartonbeplankung.

Flexible Leitungsführung möglich

Die auf Längenmaß vorgefertigten CD-Profile (60/27) montierten die Trockenbauprofis zunächst mit Direktabhängern an der Rohbetondecke. Für das ausgewählte Kühldeckensystem wurden dann spezielle Kunststoffprofile an der Unterkonstruktion befestigt. Diese sind so ausgebildet, dass das Kühldeckensystem später in direktem Kontakt mit der Beplankung steht. In die Kunststoffprofile zogen die Monteure der Firma emco anschließend Aluminiumprofile zur besseren Wärmeübertragung ein, bevor die Montage der Kühlmäander und die Verschlaufung mit einem speziellen Klimadeckenrohr aus Polybuten (PB) erfolgte.

Flexible Leitungen
Die flexiblen Leitungen können Einbauten für Lautsprecher oder Leuchten eng umfahren. Foto: Saint-Gobain Rigips

„Die Leitungen sind flexibel, sodass Einbauten etwa für Lautsprecher oder Leuchten eng umfahren werden können. Und auch kurzfristige Änderungen in der Leitungsführung können ausgeführt werden. In der geringen Aufbauhöhe liegt ein weiterer Vorteil des Systems“, beschreibt Dr.-Ing. Roland Hennig, Projektleiter der Firma emco. Nachdem das Kühldeckensystem an die Versorgungsleitungen angeschlossen, die Anlage auf Dichtigkeit geprüft und mit Wasser befüllt worden war, erfolgte die Beplankung.

Zwei unterschiedliche Gipspatten als Beplankung

In den Büroräumen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss wurden die gelochten und damit akustisch wirksamen Climatop-Platten von Rigips montiert. In den Besprechungszimmern und den Räumen im zweiten Obergeschoss kamen die wärmeleitenden Climafit-Platten in gelochter Ausführung zum Einsatz. Beide Gipsplatten sind Wärmeleitfähigkeit und übertragen die Wärme in die darunter liegenden Räume. Die Wärmeleitfähigkeit basiert auf der Kombination aus Gips und Naturgraphit. Durch das Zusammenspiel dieser beiden Materialien kann die Effizienz von Heiz- und Kühldeckensystemen verglichen mit einer Beplankung aus herkömmlichen Gipsplatten deutlich gesteigert werden.

Kühldeckensystem
Das Kühldeckensystem erreicht Kühlleistungen bis zu 73 W/m³ und Heizleistungen bis zu 87 W/m³. Foto: Saint-Gobain Rigips

Eine Effizienz, die insbesondere die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im neuen Technologie- und Forschungszentrum zu spüren bekommen. Das eingesetzte System in Lingen kann, abhängig von den Auslegungsbedingungen, Kühlleistungen bis zu 73 W/m2 und Heizleistungen bis zu 87 W/m2 erreichen.

Deckensegel erhöhen die Leistung

Eine zusätzliche Leistungssteigerung um bis zu 15 Prozent können durch die Ausführung der Klimadecken als Deckensegel erzielt werden, da hierdurch ein höherer konvektiver Anteil Kühlleistung erreicht wird. Insgesamt 336 einzelne Deckensegel in zwei unterschiedlichen Maßen (4.320 mm x 4.104 mm und 1.764 mm x 4.104 mm) wurden hierfür erstellt. Dabei zeigte sich für Andreas Breer ein weiterer Vorteil der Vorfertigung: „Die großen Deckensegel bestanden jeweils aus acht, die kleinen Segel aus vier Platten. Die Platten für die großen Segel wurden im Werk zusätzlich jeweils einseitig, die für die kleinen Deckensegel beidseitig mit einer V-Fräsung und einem ungelochten Rand versehen.“ Alle Platten wurden von Rigips gemäß dem Deckenplan exakt auf Maß gebracht, ebenso wie die standardisierten V-Fräsungs-Elemente, mit denen sich die jeweils noch offenen Deckenseiten analog der vorgeschriebenen Aufkantungen schließen ließen. Auf der Baustelle muss auf eine exakte Ausrichtung der Ränder, eine sichere Verklebung und die anschließende Oberflächenbehandlung in Q 3 geachtet werden. Für die Verklebung der V-Fräsung kam ein ökologischer Kleber zum Einsatz, der frei von schädlichen Ausgasungen ist.