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BVF-Symposium: Der Schatten des Erfolges

Am 30. November fand in Köln das diesjährige Symposium des „Bundesverbandes Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF) statt. Mehr als 300 Teilnehmer hatten sich zu der Veranstaltung angemeldet, deren Titel „Heizen und Kühlen mit Deckensystemen“ auch diesmal für Zugwirkung sorgte.

BVF-Symposium mit Schwerpunkt Heizen und Kühlen mit Deckensystemen

Zwei Schwerpunkte bestimmten die Veranstaltung. Zum einen galt es, die wirtschaftlichen und personellen Rahmenbedingungen der Bauwirtschaft zu betrachten, unter denen Handwerksunternehmen Marktbearbeitung betreiben. Und zum anderen präsentierte Mitglieder des BVF neue Heiz-Kühl-Lösungen, mit denen die Branche neue Marktsegmente bearbeiten kann.

„Die Wirtschaftliche Lage Deutschlands ist derzeit phänomenal“, damit eröffnete Alexander Brink-Dlugi (Heinze) sein Eingangsreferat. „Die deutsche Wirtschaft wird in 2017 abermals um phantastische 2 Prozent wachsen und die deutsche Bauwirtschaft hätte, ein noch weitaus besseres Ergebnis erzielen können, wenn …. die bereits genehmigten Gebäude alle gebaut worden wären. Es fehlt inzwischen überall an qualifizierten Handwerkern und die Aussichten für die nächsten fünf Jahre sind ebenfalls schlecht. Es besteht kaum Aussicht, die aus Altersgründen ausscheidenden Kollegen durch Nachwuchs zu ersetzen. Anschließend präsentierte der Marktforscher eine von seinem Institut durch geführte Umfrage. Die Quintessenz: Alle Bauvorhaben verzögern sich bereits heute um ein bis drei Monate – mit steigender Tendenz.

Diesen Ball hob auch der Hans Arno Kloep (Querschiesser Unternehmensberater)wieder auf, als es darum ging, die Situation zu beschreiben unter denen die Handwerksunternehmen in Zukunft erfolgreich sein müssen. Neben fehlendem Personal wird das vor allem ein an das elektronische Zeitalter angepasstes Marketing sein. Online-Portale werden Handwerksleistungen viel stärker in die Vergleichbarkeit führen, als die Branche das in der Vergangenheit gewohnt war. Wertschöpfungen aus dem Verkauf des Materials wird es nur noch in geringem Umfang geben. Und nicht zuletzt werden sich die Vertriebskanäle durch Flächenanbieter aufweiten; der dreistufige Vertrieb wird dann nur noch einer unter mehreren sein. Nur der Unternehmer, der sich diesen Trends stellt kann langfristig erfolgreich sein.

Die Technik ist ausgereift, neue Marktsegmente gewinnen Attraktivität

Dass die Technik der Kühl- und Heizdecken inzwischen ausgereift ist, ist kein Geheimnis mehr. Den wissenschaftlichen Nachweis dafür lieferte nicht zuletzt Prof. Joachim Seifert, dessen Dresdner Institut umfangreiche Studien zu Behaglichkeit von Deckenheizungen durchgeführt hatte.

Inzwischen gibt es auch eine sehr große Anzahl von unterschiedlich angelegten technischen Varianten von Kühldecken. Auf der Veranstaltung vorgestellt wurden daher Produkte, die, wenn auch nicht neu, so doch ausgelegt sind für neue Marktsegmente.

Christoph von Wüllen (Lindner) stellte ein Kühldeckensystem vor, das eine Kombination aus Heizen und akustischer Nachhallregulierung zulässt. Axel Lange (Agilla Therm) zeigte eine Heiz-/ Kühldecke auf Lehmbasis, deren Platten sich wie klassische Trockenbausysteme verbauen lassen; eine Kombination aus moderner Technik und klassischer Ökologie. Und Martin Feller (Frenzelit) stellte eine elektrische Flächenheizung vor, die sich sehr elegant in Beistandsgebäuden einsetzen lässt, dass ihre Aufbauhöhe so gering ist, dass sie unter die Tapete passt.

„Wir hätten noch Stoff für einen weiteren Tag gehabt, doch wir haben uns hier und heute auf Themenfelder entschieden, die sich durch Aktualität aufdrängen. Davon werden Sie sicherlich auf der nächsten Veranstaltung etwas erfahren. Ich bedanke mich für ihr Kommen und wünsche Ihnen eine gute Heimreise.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Moderator Axel Grimm (BVF) von einem sehr interessiert zuhörenden Publikum.