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Alles wird anders

Die diesjährige Jahreshauptversammlung der Bundesfachabteilung Akustik und Ausbau fand nach Jahren im Ausland wieder einmal in Berlin statt. Der Termin fiel auf den 2. Juni 2017, einen Tag nach dem „Tag der Bauindustrie“. Gesponsert wurde die Veranstaltung von der „Innovation Ausbau“.

BFA-Jahreshauptversammlung
Der Vorstand der Bundesfachabteilung Akustik und Trockenbau. Foto: TA

Treffpunkt der Mitglieder der Bundesfachabteilung Akustik und Ausbau war nicht das Gebäude des Verbandes, sondern der Würth-Stand auf dem „Tag der Bauindustrie“. Wer von den Anwesenden Lust hatte, konnte sich im Veranstaltungssaal die Großen der Politik zu Gemüte. Dobrindt und Co. ist klar, dass viel Wohnraum gebraucht wird – aber es muss Wohnraum sein, der von den zukünftigen Mietern auch bezahlt werden kann. Doch die meisten Teilnehmer der diesjährigen Veranstaltung zogen es stattdessen vor, bei traumhaftem Wetter die Bierzeltgarnituren zu besetzen und die Getränkestände zu frequentieren.

Ernst wurde es erst am nächsten Tag (Jahreshauptversammlung) in der Kronprinzenstraße. Denn die Baubranche bewegt sich in Riesenschritten auf das elektronische Zeitalter zu und der Trocken- und Ausbau muss diese Bewegung nachvollziehen.

So war es kein Wunder, dass nach der Berichterstattung des Vorstandes sich eigentlich alles um die Zukunft drehte. Klar ist, dass BIM (Building Information Modeling) vor der Haustür steht. Die dazu benötigten elektronischen Instrumente sind weitgehend fertig und befinden sich im Augenblick in der Abstimmungsphase. Einer der Verantwortlichen stellte in seinem Grundsatzreferat ein solches Softwareprodukt den Anwesenden vor. Ganz pragmatisch zeigte er anhand von Modellgebäuden, wie sich die Trockenbauarbeiten im 3D-Modell abbilden lassen, und wie das Fortschreiten der Arbeit vom Ausbauunternehmen in dem Modell zu hinterlegen ist. Neben der eigentlichen Dokumentation des Bauablaufes wird auch das „Drumrum“ ein große Rolle spielen: Nachtrage müssen elektronisch eingegeben werden, Behinderungsanzeigen hinterlegt werden und gegebenenfalls Planabweichungen dokumentiert werden. Eine Herausforderung.

Vorstandsmitglied Thomas Weinrich (Jaeger Ausbau) reagierte in der anschließenden Diskussion auf Einwände: „Natürlich ist es kompliziert, aber wir müssen uns damit auseinandersetzen. Wer es nicht tut, muss damit leben, dass andere Partner am Bau die Weichen für uns Trockenbauer stellen. Und dann muss man schon sehr optimistisch sein, zu glauben, dass die Entwicklung eine für uns günstige Richtung nimmt.“

Im gleichen Fahrwasser bewegten sich auch die Erfahrungen, die Suitbert Nöchel mit der „Innovation Ausbau“ bei seinen Kontakt zu namhafter Unternehmen gemacht hatte. Sowohl Industrie als auch Handel arbeiten hinter den Kulissen mit Hochdruck an Zukunftsthemen wie Logistik, elektronischer Datenverwaltung, Standardisierung elektronischer Kataloge und Dokumentation von Prozessabläufen. Und auch seine Botschaft entsprach der seiner Vorgänger: „Wir müssen nicht glauben, dass wir da irgendetwas aufhalten können, indem wir uns als ausführende Seite nicht einbringen. Der Zug fährt – mit uns oder ohne uns.“

Zurück auf den Boden der Tatsachen holte die Versammlung Gerd Geske, der Leiter des Ausbildungszentrums in Hamm. Es wird nach wie vor zu wenig Nachwuchs ausgebildet. Die meisten Jugendlichen interessieren sich aber auch nicht für ein Berufsleben in der Bauwirtschaft. Ernüchternd war zu hören, welche Anstrengungen des Ausbildungszentrum in Hamm unternehmen muss, um Jugendlichen, die Probleme in der Schule hatten und haben, dennoch zu einem qualifizierten Berufsabschluss zu verhelfen.
Und besser sieht es auch in den Führungspositionen des Trockenbaus nicht aus. Fast überall fehlen Bauleiter oder Planungsspezialisten mit Ingenieurshintergrund. Nicht nur im Trockenbau, in allen Segmenten des Bauens. Das hat sich inzwischen sogar bis zur Politik herumgesprochen.

Groß also ist die Schere zwischen den Anforderungen der Zukunft und dem Personal, das dafür in den Startlöchern steht. Das ist nicht neu, aber kurzfristig auch nicht zu verändern.


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