zurück

Zwei Systeme – ein Achsmaß

In einem Münchener Bürogebäude wurden zwei Akustikdecken auf Mineralfaserbasis montiert. Ein einheitliches Maßsystem und gleiche Deckenplatten sorgen für einen geschlossenen architektonischen Eindruck bei der Begrenzung des Nachhalls. (Foto: OWA)

Akustikdecke Sapporobogen
Der Besprechungsraum mit dem sichtbaren Deckensystem lässt ahnen, wie viele Installationen sich im Deckenhohlraum für die Beleuchtung und Belüftung sowie die heute bürotypische Datenvernetzung befinden. Foto: OWA

Nachdem das Bürogebäude am Sapporobogen in München bereits 2001 eine neue Fassade bekommen hatte, wurde es 2014 auch im Inneren kernsaniert, modernisiert und in seiner technischen Infrastruktur aufwendig erneuert. In ihren Bereichen konnten die jeweiligen Büromieter den Ausbau nach eigenen Anforderungen und Vorstellungen gestalten. Einer der Nutzer hatte so die Möglichkeit, auch in seinem neuen Münchener Domizil die Akustikdecken einzubauen, die sich in den anderen Niederlassungen des Unternehmens bewährt haben. Je nach Raumsituation und -nutzung waren dies ein sichtbares System auf Mineralfaserbasis (OWAconstruct S 3) und eine Parallelbandrasterdecke
(OWAconstruct S 18p). Beide Deckenvarianten erhielten revisionierbare Mineralwolledeckenplatten.

Für den Kunden bedeutet die durchgängige Verwendung dieser Decken ein einheitliches Corporate Design für alle bundesweiten Standorte. Vor allem aber können die technischen und raumakustischen Vorteile der Lösung überall genutzt werden, so z. B. die Planung zusätzlicher Installationen im Deckenhohlraum. Zugleich zeigt der Einbau, dass sich die Lösung flexibel an die jeweiligen Gegebenheiten verschiedener Gebäude anpassen lässt. Denn auch ein Corporate Design muss an jedem Standort in die Geometrie des Gebäudes und der Räume eingefügt werden.

Lichtführung Sapporobogen
Die hellen Decken sorgen bis in die inneren Flure hinein für eine freundliche Lichtstimmung auf der Büroetage. Foto: OWA

Große geometrische Freiheit und eine hohe Variabilität bieten vor allem die Rasterdecken des Systems, die für die Großraumbüros verwendet wurden. Mit der Tragkonstruktion lassen sich sowohl Parallelband- als auch Kreuzbandraster ausführen, die den Räumen eine modulartige Einteilung geben. Denn an jedem Bandrasterprofil besteht die Möglichkeit, ohne Anschlussprobleme eine Trennwand zu errichten. Optisch entstehen dabei keine angeschnittenen Felder, sodass die Harmonie der Decke auch dann erhalten bleibt, wenn durch eine veränderte Arbeitsorganisation künftig Raumteilungen notwendig werden sollten.

Großraumbüro Sapporobogen
Das Bild zeigt den Übergang von der Rasterdecke zum links in der Gebäudeecke anschließenden sichtbaren System S 3 von OWA. Das Achsraster wird bruchlos fortgesetzt, die identischen Deckenplatten unterstützen den geschlossenen architektonischen Eindruck. Foto: OWA

Um diese eventuellen neuen Raumzuschnitte später einrichten zu können, wurde für die Decke das Achsmaß des Fensterbandes gewählt. Jeder Rasterträger läuft dadurch genau auf einen Fensterstock zu, sodass auch im Großraumbüro an Decke und Fenstern ein gleicher Rhythmus mit 1,44 m Achsabstand entsteht. Darüber hinaus wurden auf der fensterabgewandten Seite in der Decke auch rechtwinklig zur Hauptrichtung verlaufende Bandrasterprofile montiert, wodurch in der Tiefe des Raumes später Querwände gestellt werden können.

In den Gebäudeecken, wo Trennwände aufgrund der Geometrie nicht sinnvoll sind, kam statt der Rasterdecke das System OWAconstruct S 3 zum Einsatz, wie es auch in den Besprechungsräumen und Fluren verwendet wurde. Die Möglichkeit des einfachen Herausnehmens der Platten, die auch die Rasterdecke bietet, war für den Kunden ein wichtiges Auswahlkriterium. Muss er doch für seine modernen Computerarbeitsplätze stets damit rechnen, dass Telefon und Datenleitungen zu verändern oder zu ergänzen sind.

Die Besonderheit im Zusammenspiel beider im Sapporobogen verwendeten Deckensysteme liegt in ihren identischen Achsmaßen von 1,44 × 0,48 m. Angesichts der Größe der Gesamtfläche bot der Hersteller eine objektbezogene Maßfertigung an, die einen durchgängigen Deckenrhythmus über alle Systeme und Räume ermöglicht. Wie wichtig dieses homogene Maßgefüge für den architektonischen Raumeindruck ist, zeigen beispielsweise die ebenfalls individuell gefertigten Leuchten, die in allen Räumen Ansichten mit wiederkehrenden Formaten bieten.

Die Raumakustik wurde individuell auf das Nutzerprofil angepasst

Eine weitere gestalterische Klammer, die Büros, Besprechungsräume und Flure zu einer Einheit verschmelzen lässt, sind durchgängig verwendete weiße Deckenplatten. Mit ihrer hellen Oberfläche sorgen sie für eine hohe Lichtreflexion und eine Lichtweiterleitung auch in fensterferne Bereiche.

Deckengestaltung Sapporobogen
Auch in der Teeküche und dem Pausenbereich setzt sich die durchgängige Deckengestaltung fort. Foto: OWA

Gleichzeitig wird mit den genadelten Platten die Akustik im Raum gezielt beeinflusst, wofür in diesem Fall ganz bewusst nicht auf die höchstmögliche, sondern auf die sinnvoll angepasste Schallabsorption gesetzt wurde. Die verwendeten Cosmos-Platten weisen einen Wert αw von 0,65 bzw. einen Noise Reduction Coeffizient (NRC) von ebenfalls 0,65 auf. Diese Größenordnung stellt sicher, dass die Mitarbeiter nicht die Telefonate der Nachbarn mithören müssen und dadurch abgelenkt werden.

Mit der Beratung von Planern und Bauherren zu diesen Details des akustischen Komforts stellt sich der Hersteller seiner Verantwortung: Die Kunden werden bei der raumakustischen Bewertung ihres Vorhabens unterstützt und erhalten auf Wunsch auch Berechnungen der Nachhallzeit und der Sprachverständlichkeit. Auf diese Weise lassen sich am Sapporobogen die geeigneten Maßnahmen für die Schallabsorption ermitteln, die je nach Anforderung den Gesamtstörschalldruckpegel senken sowie eine angepasste Nachhallzeit oder auch die Einhaltung einer Sollnachhallzeit gemäß DIN 18041 sicherstellen.