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Wasser ist Feind

Am 25. Oktober fand am Fraunhofer Institut für Bauphysik (Abteilung Hygrothermik) die dritte Veranstaltung zum Thema „Dämmstoffe und Dämmsysteme“ statt. Die in zweijährigem Turnus durchgeführte Veranstaltung beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit Schäden an Dämmsystemen und Innovationen im Produktbereich. (Foto: Fraunhofer Institut)

Fachsymposium Dämmstoffe und Dämmsysteme

Durch die Veranstaltung führte Prof. Künzel für den erkrankten Prof. Sedlbauer. Während Fenster- und Heizungstechnik mittlerweile als Paradedisziplinen der Bauwirtschaft in Sachen Energieeffizienz gelten, sind Dämmstoffe in jüngster Vergangenheit etwas aus dem Bewusstsein der Fachpresse nach hinten gerückt– ganz zu Unrecht, wie Prof. Hartwig Künzel in seinem Vortrag an Hand eines Diagrammes klargestellt hat. Auch die sogenannten „Plusenergiehäuser“ haben zwar über das Jahr gesehen eine positive Gesamtbilanz, kommen im Winter aber nicht ohne zusätzliches Heizen in die Komfortzone. Und noch immer gilt: Durch gute Dämmung lässt sich der zusätzliche Heizenergiebedarf minimieren.

Bei den aktuellen Diskussionen um den Sinn von Wärmedämmmaßnahmen wird oft vergessen, dass es dabei nicht nur um Fragen der Wirtschaftlichkeit, sondern auch um Umweltschutz und hygienische Raumklimaverhältnisse geht. Dämmen ohne zu lüften, begünstigt selbstverständlich auch weiterhin die Schimmelpilzbildung. Und welche von Ihnen können in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden?

Doch die Dämmstoffe selbst verlieren massiv an Leistungsfähigkeit, sollten sie durchnässt werden. Deshalb ist es auch wichtig, so Andreas Zegowitz, („Wie verhalten sich Dämmschichten bei einem Wasserschaden?“), dass Dämmstoffe auch hinsichtlich ihrer Fähigkeit, in die Struktur eingedrungenes Wasser wieder abzugeben, zu klassifizieren sind. Holz- tun sich hier schwerer als Mineralfasern oder gar kapillaraktive Mineralschäume (Prof. Martin Krus: „Reversible Innendämmung – systemspezifische Unterschiede“). Aber Wasser dringt nicht nur durch Fassadenschäden von außen ein. Neue Gebäude enthalten baubedingt mehrere Kubikmeter Wasser (Beton, Estriche, Putze) in sich, die „an der Dämmung vorbei“ das Haus verlassen müssen.

Ca. 100 Teilnehmer hatten den Weg in Fraunhofer Institut in Stuttgart gefunden. Sie erlebten eine Veranstaltung, die nicht nur über neue Normen und verbesserte Berechnungsgrundlagen sprach, sondern auch neue innovative Dämmprodukte dem Auditorium vorstellte. Interessanterweise waren es zwei neu entwickelte Wärmedämmputze, eine Produktgruppe, die in der Vergangenheit deutlich im Schatten der WDV-Systeme standen. Das eine Produkt funktioniert auf der Basis von geblähtem Glas, das andere Produkt arbeitet mit Aerogelen, die inzwischen deutlich preiswerter als noch vor Jahren sind. Das dritte Produkt, für den Innenraum gedacht, ist ein aufgeschäumtes Gipsprodukt, das sich perfekt für die Dämmung von Holzbalkendecken im Gebäudebestand eignet. Alle drei sind inzwischen auf eine ausreichende Langzeitstabilität getestet und ihre Rückbaubarkeit ist sichergestellt.