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BIG Arbeitskreis Brandschutz

Zu seiner 6. Sitzung traf sich der „BIG Arbeitskreis Brandschutz“ am 29. November 2017 in den Räumen der Verlagsgesellschaft Rudolf Müller in Köln. Themen des Workshops waren „Türen, Abschottungen und Ummantelungen“. Durch die Sitzung führte Cord Meyerhoff.

Arbeitskreis Brandschutz
Der BIG Arbeitskreis Brandschutz traf sich am 29. November zu seiner 6. Sitzung in Köln.

„Wenn es im Brandschutz darum geht, formale Anforderungen an ein Bauteil zu erfüllen bleibt einem oftmals nichts anderes übrig als um die Ecke zu denken,“ mit diesem Resumée zwischendrin reagierte der Sachverständige Herbert Becker auf Fragen der anwesenden Teilnehmer.

Gleichgültig, ob es sich um Brandschutztüren, Wandschotts oder Ummantelungen von Stahlstützen handelt, fast immer entstehen Einbausituationen, die vom Hersteller in seinen Einbauvorschriften nicht erwähnt sind. Da gibt es zum Beispiel die T90-Tür, die an eine Brandwand angeschlossen werden soll. Die Durchdringung der Brandwand durch eine Tür ist vom Hersteller gar nicht vorgesehen und der Türenhersteller verlangt den Anschluss an ein massives Bauteil. Was also tun? Ein Kranz aus Massivbauelementen (Steine, Beton) um die Türfassung herum schafft in beiden Fällen Abhilfe.

So kreisten die Fragen, die von den Teilnehmer gestellt wurden, auch weniger um das von Cord Meyerhoff (IBB – Ingenieurbüro für Brandschutz von Bauarten) gehalten Basisreferat, das so etwas wie den roten Faden der Veranstaltung bildete, sondern es ging meist um Praxis-Probleme, die sich aus der „Reibung“ der Normen und Einbauvorschriften der Hersteller ergaben.

Und immer lautete die Kardinalfrage: Wie passen die Systeme an der Schnittstelle zusammen? Und wie muss diese Schnittstelle ausgebildet werden? Diese Bedingungen kann der Hersteller im Einzelfall nicht kennen. Sie müssen entweder von Statikern berechnet oder von Brandschutzsachverständigen begutachtet und zugelassen werden. Der Fachunternehmer tut gut daran, auf diesem Gebiet Alleingänge zu vermeiden.

Und wenn es darum geht, Unsicherheit an Schnittstellen zu erzeugen, dann tragen europäische und Zertifizierungsinstitute und deutsche Brandschutzbehörden nach besten Kräften dazu bei. Die T90-Tür ist nach europäischer Zertifizierung eine EI²90 –C5 Tür. (Fehlt beispielsweise das „I“, dann gibt es keine Aussage über die Füllung der Tür mit Mineralwolle und die Tür entspricht nicht deutschen Anforderungen.)

Gastgeber Sven Schulz (BIG Vorstandsmitglied): „Als Verarbeiter muss man sich darüber im Klaren sein, dass europäisch harmonisierten Normen etwas darüber aussagen, ob diese Produkte in Europa gehandelt werden dürfen. Ob sie allerdings in Deutschland auch die bei uns geltenden Schutzziele erfüllen, das entscheiden die nationalen Aufsichtsbehörden über ihre technischen Ausführungsbestimmungen“.