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Sicherheit mit Zulassung

Die Befestigung von Plattenbaustoffen in Feucht- und Nassräumen erfordert Augenmerk. Zugelassene Verankerungen sind vorzuziehen, wenn der Fachunternehmer rechtlich auf der sicheren Seite sein will. Wie Sie die richtige Verankerung wählen, beschreiben die Autoren.

Sicherheit mit Zulassung
In Schwimmbadhallen sind hoch korrosionsbeständige Befestigungsmittel zu verwenden. Foto: Perlite

dürfen deshalb nur bestimmte Plattenbaustoffe eingesetzt werden. Bei der Verankerung der Unterkonstruktionen mit Dübeln im Baugrund verhält es sich ebenso. Nicht jedes Material, aus dem Dübel hergestellt werden, eignet sich für Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit. Gemeint sind dabei Räume, in denen die relative Luftfeuchtigkeit permanent über 70% liegt, wie z. B. Schwimmbäder, Saunaanlagen, Waschräume, Waschanlagen, Industrieanlagen, entsprechende Produktionsstätten und Großküchen.

Welche Dübel für Feuchträume am besten geeignet sind, lässt sich bei den Herstellern von Befestigungssystemen in
Erfahrung bringen. Grundsätzlich sollten immer nur zugelassene Dübel verwendet werden. Sie garantieren bei sachgemäßer Verarbeitung die höchste Sicherheit der Verankerung. Dübelzulassungen regeln den Verwendungszweck und die Materialwahl. Bei zulassungskonformem Einsatz hat auch die montierende Firma die Gewähr einer entsprechenden Lebensdauer der Verankerung. Dies ist besonders wichtig für den Verarbeiter, schließlich ist dieser bei sicherheitsrelevanten Befestigungen 30 Jahre in der Haftung. In den ‚Europäisch Technischen Zulassungen‘ (ETA) wird die Lebensdauer einer Verankerung mit 50 Jahren angegeben.

Die Materialpalette der Dübelhersteller weist verschiedene Stahlqualitäten aus. Diese Stähle sind unterschiedlichen klimatischen Bedingungen zugeordnet. Unterschieden werden:

  • Stahl, galvanisch verzinkt
  • Edelstahl der Korrosionswiderstandsklasse III
  • Hochkorrosionsbeständiger Edelstahl der Korrosionswiderstandsklasse IV
Der Ort der Anwendung der unterschiedlichen Stähle ist in den Zulassungen der Dübel reglementiert. Die Regelung basiert auf der Allgemeinen Bauaufsichtlichen Zulassung für Edelstähle (Z-30.3-6) des Deutschen Instituts für Bautechnik.

Galvanisch verzinkter Stahl besitzt keinen Korrosionsschutz und eignet sich deshalb nur für Anwendungen in trockenen Innenräumen. Der Edelstahl der Korrosionswiderstandsklasse III ist für Anwendungen in feuchten Innenräumen und im Freien (einschließlich Industrieatmosphäre und Meeresnähe) geeignet und zugelassen. Dübel aus hochkorrosionsbeständigem Stahl dürfen auch in Atmosphären mit besonders aggressiven Bedingungen verwendet werden.

Hierzu gehören zum Beispiel Schwimmbadhallen und Straßentunnel. Dies kann aber auch für Parkhäuser und Tiefgaragen gelten. Der Tausalzeintrag in das Gebäude ist hierbei maßgebend.

Zugelassene Dübel reduzieren Haftungsrisiko

Alle führenden Hersteller von Befestigungssystemen empfehlen, schon in einer frühen Phase die Anforderungen aus den Zulassungen mit den Angaben des Planers bzw. der Bauleitung abzugleichen. Prinzipiell sollte schon während der Kalkulation der Arbeiten das Material der Verankerungsmittel mit der ausschreibenden Stelle geklärt werden. Werden Dübel mit Zulassung gefordert, sind die nebenstehenden Punkte zu beachten. Bei Abweichungen von den Vorgaben erlischt die Gültigkeit der Zulassungen. Der Verarbeiter kann bei Mängeln nicht auf eine regelkonforme Ausführung hinweisen und steht in erhöhtem Haftungsrisiko. Die nachhaltige und sichere Verankerung von Trockenbauelementen kann nur durch systemgeprüfte oder zugelassene Dübel erfolgen. So früh wie möglich sollten die entsprechenden Dokumente abgeglichen werden, um bei Unstimmigkeiten eine Klärung vor Montagebeginn herbeiführen zu können. Die Planung von Verankerungen sowie deren Ausführung bedingt eine entsprechende Sach- und Fachkunde in der Befestigungstechnik. Diese Grundlagen können in Seminaren bei den Dübelherstellern erworben werden. Nur durchgängig zugelassen montierte Elemente gewährleisten den vorgesehenen Schutz im Schadensfall und reduzieren das Haftungsrisiko des Verarbeiters.

DAS MÜSSEN SIE BEI ZUGELASSENEN DÜBELN BEACHTEN:

Verankerungsgrund

Der Verankerungsgrund schränkt die Auswahl der Verankerungsmittel (Dübel) ein. Nicht alle Arten von Dübeln sind für alle Verankerungsgründe tauglich und zugelassen.

Eignung des Montagepersonals

Um eine fachgerechte Montage zu sichern, schreiben die Zulassungen vor, dass dies durch entsprechend fachkundiges Personal ausgeführt werden muss. Auch die Überwachung der Verankerungsarbeiten muss durch fachkundiges Personal erfolgen. Hierzu ist eine Unterweisung oder Schulung in der Befestigungstechnik unerlässlich. Alle führenden Dübelhersteller bieten hierzu entsprechende Kurse und Unterweisungen durch ihre Schulungsabteilungen und entsprechend ausgebildete Außendiensttechniker an.

Randabstände der Dübel

Die Abstände der Dübel zum Bauteilrand bzw. die Bauteilränder sind in den Zulassungen der Dübel streng reglementiert. Die Maße sind in den Anlagen zur Zulassung angegeben. Bei Unterschreitung der Mindestrandabstände
kann es schon bei der Montage der Dübel zum sogenannten Kantenbruch kommen. Wichtig: Bei Mauerwerk aus Loch- und Kammersteinen werden zur Erteilung der Zulassung die Versuche in den ‚Ansichtsseiten‘ durchgeführt. Dies kann
bei entsprechender Steingeometrie zu Abweichungen von der Zulassung an den Steinseiten der Stoßfuge führen. Hier ist dringend mit den Bauverantwortlichen Rücksprache zu halten.

Achsabstände der Dübel
Die Achsabstände der Dübel sind gleichfalls in deren Zulassungen vorgegeben. Durch vorgegebene Befestigungsstellen in den Unterkonstruktionen sind diese Abstände im Normalfall vorgegeben. Somit sind die vorgegebenen Abstände der Dübel mit den Mindestanforderungen der Zulassungen abzugleichen.

Lasten
Die Lasten sind in den Zulassungen geregelt. Auch bei leichteren Konstruktionen, wie sie der Trockenbau, auch mit zementgebundenen Plattenbaustoffen, normalerweise darstellt, sind die maximalen Lasten der Dübel nicht zu überschreiten. Bei einer höheren Belastung besteht ein nicht zu kalkulierendes Sicherheitsrisiko.