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Schneller als der Holzrahmen

Die „Tageseinrichtung für Kinder Maximilian Kolbe“ benötigte dringend mehr Platz, um ihr Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren auszubauen. Da aufgrund der gesetzlichen Vorgaben der Zeitfaktor für den Caritasverband Leverkusen eine große Rolle spielte, entschieden sich die Verantwortlichen für ein Leichtbausystem. Das Modulsystem ist in der Geschwindigkeit selbst dem Holzrahmenbau überlegen. (Foto: Rockwool)

Schneller als der Holzrahmen
Eine saubere Sache. Drei Monteure errichteten innerhalb weniger Tage die Außenwände eines Anbaus mit rund 115 m² Raumnutzfläche. Foto: Rockwool

Der vom Gesetzgeber beschlossene Ausbau des Betreuungsangebotes für Kinder unter drei Jahren stellt die Träger vieler Einrichtungen in Deutschland vor schwierig zu lösende bauliche Aufgaben. So auch den Caritasverband Leverkusen, der den Aus- und Umbau der „Tageseinrichtung für Kinder Maximilian Kolbe“ sicherstellen musste. Probleme bereiteten zum einen das sehr enge Zeitfenster zwischen Zusage der staatlichen Förderung und gefordertem Abschluss der Gesamtmaßnahme, zum anderen das Ziel, einen Anstieg des Wärmebedarfs der Einrichtung trotz räumlicher Erweiterungen zu vermeiden.

Als Antwort auf beide Aufgabenstellungen verwendete das beauftragte Architekturbüro Georg Kollbach ein Modulbausystem (Rockshell). Alle für die Erweiterung des Hauses benötigten neuen Außenwände wurden mit diesem System innerhalb weniger Tage errichtet. „Wir haben dieses neuartige Wandbausystem mit seinen vergleichsweisen kurzen Lieferzeiten genau zur rechten Zeit entdeckt“, berichtet Bürogründer Georg Kollbach. „Der Bauantrag bei der Stadt Leverkusen durfte ja erst nach ergangener Förderzusage des Landes gestellt werden, gleichzeitig mussten aber bis zum 31. Dezember 2013 alle Maßnahmen abgeschlossen werden. So verlangte es die Geld zuteilende Behörde. Als die Zusage dann schließlich vorlag, konnten wir sicher sein, dass wir mit dem klassischen Holzrahmenbau den Anbau an der Pommernstraße nicht mehr fristgerecht würden fertigstellen können. Gleichzeitig hatten wir errechnet, dass wir mit dem vorgefertigten Leichtbausystem ‚Rockshell’ auch die energetischen Ziele erreichen würden.“

Tatsächlich gelang es durch die Errichtung des Anbaus mit dem Außenwandmodulbausystem Rockshell auf Steinwollebasis und einer nachträglich eingebauten Satteldachdämmung im Bestandsgebäude zu verhindern, dass der Wärmebedarf des Gesamtkomplexes wesentlich steigt. Und das, obwohl durch An- und Umbau rund 250 m² neue Nutzfläche in der Kindertageseinrichtung geschaffen wurde. Die vorhandene, mit Gas betriebene Brennwerttherme konnte ohne teure Aufstockung weiter genutzt werden.

Fünf Betreuungsgruppen finden in dem Neubau eine Heimat


Schneller als der Holzrahmen
Sichere Bodenverankerung. Das Fundament muss mindestens 12 mm breiter sein als das Bodenprofil, um die erforderlichen Randabstände der Schraubbolzen zur Verankerung des Rockshell-Wandbausystems einhalten zu können. Foto: Rockwool

Mit der Größe und Position seiner Fenster, der Fassadengestaltung und nicht zuletzt der Bauweise sorgte der neue Anbau der Kindertageseinrichtung für reichlich Gesprächsstoff in der Nachbarschaft. Vor allem der rasante Baufortschritt provozierte so manchen erstaunten Kommentar. Innerhalb von nur zwei Wochen entstand die gesamte Gebäudehülle für rund 115 m² Nutzfläche, die zukünftig einer von fünf geplanten Betreuungsgruppen zur Verfügung stehen wird. „Die Putzflächen auf der Fassade des Anbaus nehmen den Grundton der Kalksandsteinverblender am Bestandsgebäude wieder auf. Das Rot der Rockpanel-Fassadentafeln, mit denen wir jeweils die Fenster zu Rechtecken ergänzt haben, erinnert an das Logo der Caritas“, beschreibt Georg Kollbach die Gestaltung.

Schneller als der Holzrahmen
Stabil eingefasst. Die Öffnungen für Fenster und Türen sind im Rockshell-System seitlich durch Endstützen begrenzt. Foto: Rockwool

Eine ehemalige Freifläche zwischen dem neu geschaffenen Anbau und dem Bestandsgebäude wurde auf Empfehlung von Georg Kollbach mit 3,30 m hohen Außenwänden und schrägen Oberlichtern sowie großen Terrassentüren umfangen. „Die so zusätzlich umbaute Fläche konnte dem Mehrzweckraum im Zentrum des Hauses zugeschlagen werden. So wurde aus einem unattraktiven, dunklen und engen Innenhof die sehr attraktive Erweiterung eines zentralen Raumes im Bestandsgebäude auf rund 100 m².“ Unter formalen Gesichtspunkten allerdings gehörte die Umbauung nicht zum alten Bestand, aber auch nicht zum Anbau. „Deshalb haben wir ihn bewusst als eigenständigen Baukörper konzipiert.“

Schneller als der Holzrahmen
Statisch ausgeklügelt. Am oberen Abschluss des Rockshell-Systems wird ein Sturz verwendet, um vertikale Lasten aus weiteren Geschossen oder aus dem Dach sicher in die Endstützen zu leiten. Foto: Rockwool

Das stark geneigte Dach dieses Baukörpers mit seinem Fensterband ist heute deutlich über das Dach des angebauten Gruppenraumes hinweg zu sehen. „Auch bei dieser Umbauung haben wir mit dem Modulbausystem gearbeitet“, berichtet Architekt Kollbach und ergänzt: „In extrem kurzer Zeit und auf einer Baustelle, die sich zu jeder Zeit erfreulich aufgeräumt zeigte.“ Zwei Monteure der Akustik- Bau Breuer GmbH aus Bornheim leisteten auf der Leverkusener Baustelle professionelle Arbeit. „Das System erwies sich dabei nach unser aller Beobachtung als logisch und montagefreundlich. Für einen gelernten Trockenbauer ist es problemlos zu verarbeiten und der übersichtliche Montageplan ebenso wie der schnelle Baufortschritt motivieren.“

„Stecksysteme“ sorgen für energieeffiziente Wände und Decken

Schneller als der Holzrahmen
Wirksamer Schallschutz. Rockshell-Wände erreichen aufgrund der 250 mm dicken Steinwolledämmmodule abhängig von der Fassadengestaltung ein Schalldämmmaß zwischen 54 und 60 dB, einen für Leichtbaukonstruktionen überdurchschnittlichen Wert. Foto: Rockwool

Eine gute Lösung fand Architekt Kollbach für den Anschluss des Anbaus an den Bestand. Weil nämlich die Außenwände des Erweiterungsbaus nicht im rechten Winkel gegen die Außenwand des Bestandes laufen konnten, musste zusätzlich zum Einsatz der Endstützen ein Holzbalken gesetzt werden, der vom Zimmermann auf Winkelmaß geschnitten wurde.

Das Dach des Bestandsgebäudes wird durch Gauben nutzbar gemacht

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Zeitnot. Als die Zusage der staatlichen Förderung schließlich vorlag, war klar, dass man mit dem klassischen Holzrahmenbau den Anbau nicht mehr fristgerecht würde fertigstellen können. Foto: Rockwool

Weniger sichtbar als der Anbau, aber für den Betrieb der Kita ebenso bedeutsam sind die vom Architekturbüro Kollbach geplanten und begleiteten Umbauten im Bestandsgebäude: Mit neuen Gauben, Wanddurchbrüchen und neuen Trennwänden wurden dort auch bisher noch nicht genutzte Räume unter den Satteldächern im Obergeschoss nutzbar gemacht. Schließlich konnte jeder der fünf Betreuungsgruppen durch den Umbau ein zweiter Nebenraum zugeordnet werden. Die Toilettenräume wurden mit Wickelplätzen ausgestattet, um die Betreuung von Kindern unter drei Jahren in allen Gruppen zu ermöglichen. In einem der früheren Gruppenbereiche entstand zusätzlich eine neue Küche mit Essplätzen für die Übermittagbetreuung. „Durch den Umbau verfügt die Kindertageseinrichtung nun über zwei Gruppenräume im Obergeschoss, zwei im Erdgeschoss des Bestandsgebäudes, einen im neuen Anbau sowie ein großes Esszimmer und einen über 100 m2 großen Spiel- und Veranstaltungsraum. Eine Ausstattung, die sich sehen lassen kann und die den gesetzlichen Anforderungen entspricht“, freut sich Georg Kollbach.