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Neuer Schwung von der Wand

Es tut sich etwas an der Wand. Designer und Raumgestalter haben die Wand und ihre Oberfläche bereits seit ein paar Jahren als Gestaltungselement wiederentdeckt. Insbesondere Wandverblender aus unterschiedlichen Materialien eröffnen mit ungewöhnlichen Farben und dreidimensionalen Formen neue Dimensionen der Raumakzentierung. (Foto: NMC)

Die Wandfläche als Leinwand
Designer begreifen Wandflächen nicht mehr als puristische Flächen, sondern nutzen sie als eine Art Leinwand, auf der man mit Farben und Formen spielen kann, um Räumen mehr Ausdruck und Emotionalität zu geben. Foto: NMC

Beim Bauteil „Wand“ sind heute zwei gegensätzliche Gestaltungstrends erkennbar: entweder sind sie monothematisch als große, möglichst sogar fugenlose Flächen gestaltet, oder sie werden (wieder) als Dekorträger verstanden und als eigenständige Gestaltungselemente eingesetzt. Ob weiß oder farbig, tapeziert oder verputzt, aus Stein, Gips oder Holz, mit Schriftzügen oder anderen Verzierungen – die Möglichkeiten für kreative Wandgestaltung sind vielfältig.


Wände bieten genügend Fläche, um einen Raum zu verändern. Dabei müssen die Wandkonstruktionen nicht unbedingt selbst gestaltet sein, sie können auch nur Träger für Gestaltungselemente sein. Das senkt zum einen die Kosten, da keine aufwendigen Primärkonstruktionen zu erstellen sind und macht die Wände zudem flexibel für Neugestaltungen.
Als Dekorelemente haben sich in letzter Zeit besonders sogenannte Wandverblender im Markt durchgesetzt. Sie sind häufig aus hochwertigem Polyurethan oder neuerdings auch aus Echtstuck. Beide Materialien haben ihre Vorzüge. Beim Echtstuck ist es die edle, seidenmatte Oberfläche, die sowohl von der Haptik besticht als auch im Zusammenhang mit Licht effektvolle Reize schafft. Die hochwertigen Polyurethan- Panels stehen dem Stuck in Optik und Haptik oft in nichts nach und haben zudem noch eine isolierende Funktion (Lamda-Wert von 0,0573).


Glasfaserarmierten Wandverblender
Dass Stuck auch eine moderne Seite haben kann, beweisen die neuen Wandverblender von Staff Décor. Die glasfaserarmierten Elemente sind nichtbrennbar und verleihen Innenräumen eine nicht alltägliche Eleganz. Foto: Staff Décor

Gestalterisch ist mittlerweile eine große Palette an Möglichkeiten vorhanden mit „Penals“ oder „Verblendern“ Wände zu gestalten. Der belgische Anbieter NMC hat hierfür sogar zwei renommierte Designer gewinnen können, sein Arstyl-Programm zu designen. Michaël Bihain, Innenarchitekt aus Belgien, hat sich auf die Entwicklung von Wohnungs-einrichtungen, Accessoires sowie Inneneinrichtung spezialisiert. Martin Boagers aus den Niederlanden kreierte vor ein paar Jahren die hochmoderne dreidimensionale Rosette cielo. Seine Erfahrungen als Schreiner helfen ihm bei der Konzeption und Herstellung seiner Kreationen.


Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Dank fantasievoller Strukturen, Formen und Symmetrien hat jede der sechs Designvarianten ihren eigenen Charakter. Es gibt Wellen- und Würfelmuster, Formen, die an Dominosteine erinnern und solche mit im Retrodesign abgerundeten Ecken. So richtig zur Geltung kommen die Muster durch farbliche Akzentuierungen. Planern und Gestaltern steht neben der Wahl der Form auch die gesamte Palette der Farben zur Verfügung steht.

Designelemente beeinflussen die Wahrnehmung von Proportionen

Wandgestaltung mit Echtstuck
Die harmonische Linienführung der Designvariante „Soho“ eignet sich für ausdruckstarke Wandgestaltung. Echtstuck ist hier ganz auf der Höhe der Zeit. Foto: Staff Décor

Die neuen Wandpaneele kreieren aber nicht nur eine bestimmte Raumatmosphäre, mit ihnen können auch – sowohl durch die Wahl der Farbe als auch durch die der Muster – ganz leicht und gezielt Akzente gesetzt und Proportionen korrigiert werden. Senkrechte Muster beispielsweise strecken den Raum optisch, waagerechte lassen ihn breiter und niedriger erscheinen. Hier ist lediglich ein wenig Einfallsreichtum gefragt.


Ob symmetrisch oder asymmetrisch, horizontal oder vertikal angeordnet, ob voll-, teilflächig oder – dank einer entsprechenden Unterkonstruktion – sogar frei schwebend montiert, die durchschnittlich 2 kg schweren Elemente werden mit einem hersteller- eigenen Spezialkleber angebracht. Die hochwertige Verarbeitung gewährleistet dabei einen harmonischen, durch die Anordnung der Kanten und Winkel zugleich gewollt zum Vorschein kommenden Übergang von einem Paneel zum anderen.


Ähnlich verhält es sich bei den Echtstuck- Elementen von Staff Décor. Sie bestehen aus reinem Natur- stuckgips, sind glasfaserarmiert, nicht brennbar und speziell für die Montage im Innenbereich konzipiert. Die Elemente können ebenfalls mit dem herstellereigenen Kleber auf allen gängigen Untergründen verklebt werden. Dabei werden sie Kante an Kante, wie Fliesen, verlegt und bilden so eine homogene Oberfläche. Bei der Kollektion New York sind keine sichtbare Stöße vorhanden, da die Kantenausbildung der vertikalen und horizontalen Steinstöße jeweils bereits an zwei Seiten vorhanden ist. Bei der Kollektion Miami sind die sichtbaren Schattenfugen Bestandteil des Dekors. Die Oberflächen können mit sämtlichen Farben oder Beschichtungen versehen werden.


Die Wand als buntes Gestaltungselement für das Kinderzimmer
Ob im Wohnraum, Büro, Küche oder Kinderzimmer – Wände sind heute nicht mehr nur unauffälliger Hintergrund für Einrichtungen, sondern werden als eigenständiges Gestaltungselement genutzt. Foto: NMC

Dass die modernen Echtstuck-Elemente Namen aus der „Neuen Welt“ tragen ist Ausdruck ihrer Modernität. In der Tat ist es dem Hersteller mit den Serien gelungen, modernen Zeitgeist wie auch (Material-) Tradition zu verbinden und echten Stuck so weiterzuentwickeln, dass eine moderne und zugleich wirtschaftlichen Gestaltung von Innenräumen vorgenommen werden kann. Durch seine Eleganz, Nüchternheit und Harmonie in der Linienführung eignet sich beispielsweise der Wandverblender „5th Avenue“ dazu, schickes und klares Interieur mit modernem Design zu verbinden.


Die verschiedenen Produktlinien bieten eine große Palette an Gestaltungen: nüchterne, geometrischen und klaren Formen oder das Spiel mit Kurven und Geraden sind ebenso möglich wie schwebende Formen mit grafischer Symmetrie.