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Nachhilfe für die Akustik

Bei unzureichender Raumakustik muss nicht gleich die ganz große Kelle herausgeholt werden, um eine Verbesserung zu erreichen. Manchmal reicht es auch, Absorber-Module gezielt im Raum zu platzieren. In einigen Klassenräumen der Realschule Mühlheim hatte diese Maßnahme einen positiven Effekt auf die Nachhallzeiten. (Foto: Schako)

Nachhilfe für die Akustik
Die vorhandene Dämpfung in Form von Absorber-Elementen in Kassettendecken reichte im Klassenraum allein nicht aus. Zur Optimierung der Nachhallzeit wurden zusätzlich Akustik-Absorber montiert. Foto: Schako

Probleme mit der Raumakustik beschäftigten die Verantwortlichen der Realschule in Mühlheim an der Donau. Die Nachhallzeiten waren in einigen Klassenräumen der Einrichtung einfach zu hoch und störten den Unterricht. Im sprachrelevanten Frequenzbereich von 200 bis 2000 Hz bewegte sich die Nachhallzeit zwischen 1,0 und 1,25 Sekunden. Zu viel für Unterrichtsräume. Die vorhandene Dämpfung in Form von Absorber-Elementen in den Kassettendecken reichte allein nicht aus.

Zur kurzfristigen Behebung des Problems und einer raumakustischen Optimierung wurden zusätzlich an den Wänden Breitband-Absorber montiert (Audimin-Akustikmodule von Schako). An strategisch günstigen Positionen platzierte man punktuell die Module, z. B. an der Tafel-Stirnwand oder an den Seitenwänden am Übergang von Wand zu Decke. Gerade die Absorber im letztgenannten Beispiel hatten bei der Verbesserung der Raumakustik eine besondere Aufgabe zu lösen. Dazu wurden die Elemente schräg hängend im Winkel von ungefähr 30° an der Wand befestigt.

Nachhilfe für die Akustik
Am Übergang von Wand zu Decke wurden Absorber-Elemente schräg hängend im Winkel von ungefähr 30° an der Wand befestigt. Die spezielle Anordnung minimiert Druckstau im tiefen Frequenzbereich. Foto: Schako

Die Schrägstellung der Module hatte zwei wesentliche Auswirkungen: „Durch die schräge Anordnung der Absorber werden sowohl die vertikalen als auch die horizontalen Schall-Reflexionen effektiver absorbiert“, erklärt Klaus Amann von Schako; das Unternehmen lieferte die Module und war auch für die Beratung der Schule verantwortlich. Würden die Absorber nur senkrecht (Wand) oder nur waagerecht (Decke) angeordnet, wäre mehr Absorberfläche nötig, um die gleiche Wirksamkeit zu erreichen. Dieser Platz war aber in den Klassenräumen nicht vorhanden.

So ergibt eine schräge Anordnung der Absorber eine effektive Gestaltung der raumakustischen Optimierung in den betreffenden Klassenräumen. Ein weiterer Vorteil findet sich im wellentheoretischen Aspekt. „In den Wand-Decken-Eckbereichen baut sich im tiefen Frequenzbereich ein Druckstau auf, welcher durch die Anordnung der Absorber reduziert wird“, gibt Klaus Amann zu verstehen.

Nachhilfe für die Akustik
Auf den Punkt genau. Die Module wurden gezielt an raumakustisch wichtigen Punkten montiert. Foto: Schako

Verwendet wurden optisch verschiedene Akustikmodul-Typen, die sich in Funktionsweise und Absorbtionsgrad gleichen. Alle Module haben als Absorbermaterial einen Schaumstoff auf Melaminharzbasis. Der liegt in einem lackierten Stahlblechrahmen mit einer frontseitigen Ausstanzung. Je nach Modell ist sie entweder schachbrettmusterartig geschlitzt oder fein gelocht. Dazu wurden Elemente mit einem Stoffüberzug und einem innen liegenden Rahmen angebracht.

Das „Nachsitzen“ für die Akustik hat sich gelohnt. Abschließende Messungen nach DIN EN ISO 3382 ergaben, dass die Nachhallzeit im Vergleich zum Ausgangswert im Schnitt um 0,25 Sekunden gesenkt wurde. Damit liegt sie im sprachrelevanten Frequenzbereich jetzt deutlich unter 1,0 Sekunden und damit näher an der optimalen Nachhallzeit von 0,6 Sekunden. Das hat die Sprachverständlichkeit im Unterricht verbessert.