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Fassadenlösungen in Leichtbauweise

Knapp 150 Architekten, Planer und Trockenbauer informierten sich beim Knauf Außenwandkongress am 8. November in der Münchener Allianz-Arena über die Details der zukunftsweisenden Systemlösungen für Außenwände in Leichtbauweise. (Foto: Knauf)

Knauf Außenwandkongress
Foto: Knauf

Das Komplettsystem Außenwand ist ein neuartiges Baukonzept, das die zentralen Anforderungen erfüllt, die an modernes Bauen gestellt werden. Angelehnt an das Vorbild des im Innenausbau etablierten Trockenbaus bietet die Bauweise schlanke, leichte, wirtschaftliche, vielseitig gestaltbare und zugleich besonders robuste Konstruktionen. Passend zum Thema Fassade fand die Veranstaltung in der Münchener Allianz Arena statt. Das von Herzog de Meuron Architekten geplante und 2005 fertiggestellte Fußballstadion beeindruckt vor allem durch seine transluzent konzipierte Gebäudehülle. Unter der Außenhülle sorgt eine Fassadenkonstruktion mit Knauf Systemen für die notwendige bautechnische Sicherheit. Mit Philipp Loeper von asdfg Architekten Hamburg und Richard Fuchs, Geschäftsführer R+R Fuchs PartGmbB Ingenieurbüro für Fassadentechnik aus München, waren passenderweise zwei hochkarätige Redner am Start, die jeweils entscheidende Beiträge bei der Planung der Arena und ihrer Fassade geleistet haben.

Fassaden und Außenwände müssen immer leistungsfähiger werden, sowohl aus konstruktiver wie auch aus gestalterischer Sicht, berichtete Kathrin Sräga, Architektenberaterin für Außenwandlösungen. Sie beschrieb die vielfältigen Anforderungen etwa in Bezug auf Design, Energieeffizienz, Nutzerkomfort, Wirtschaftlichkeit und Stabilität, denen moderne Fassaden gerecht werden müssen. Leichtbau ist Trockenbau. So lassen sich die im Innenausbau schon lange bekannten Vorteile auf die Fassade übertragen: bis zu 75 % weniger Baumasse bedeutet schlankere Konstruktionen mit deutlicher Gewichtsreduzierung und das bei wesentlich schnellerem Baufortschritt. Auch die bautechnischen Anforderungen an den Brand-, Schall- und Wärmeschutz lassen sich einfach erfüllen, wie Kathrin Sräga an mehreren Fallbeispielen eindrucksvoll belegte. Für die Integration von Haustechnikkomponenten in die Außenwandkonstruktion, etwa zur Be- und Entlüftung, ist die leichte Ständerbauweise in besonderem Maße prädestiniert.

Michael Weyers, Leiter Anwendungstechnik, stellte den Fachbesuchern die technischen Spezifikationen und das Lösungsspektrum der Außenwand vor, das auf drei wesentlichen Konstruktionsarten beruht: als eingestellte Konstruktion zwischen den Geschossen, als vorgestellte oder als vorgehängte, hinterlüftete Konstruktion. Standsicherheitsnachweise für alle Standardkonstruktionen und objektbezogene Systemempfehlungen stehen genauso zur Verfügung wie alle erforderlichen Brandschutznachweise, Wärmebrückenberechnungen, Schallschutzwerte oder der Nachweis von Feuchte- und Korrosionsschutz.

Prof. Meike Töllner von der Technischen Hochschule Rosenheim bestätigte die hohe bauphysikalische Leistungsfähigkeit der Außenwand. Sie ist seit vielen Jahren im Ingenieurbüro für Tragwerksplanung Professor Pfeiffer und Partner (Darmstadt) tätig und hat maßgeblich zur Entwicklung der Statik der Außenwandkonstruktion beigetragen. Durch die Kombination des klassischen Trockenbaus mit den Möglichkeiten des Stahlleichtbaus  lassen sich sämtliche Anforderungen erfüllen. Besondere Aufmerksamkeit erfordert bei der hohen Energieeffizienz moderner Bauten die Vermeidung von Wärmebrücken bei auskragenden Bauteilen wie Balkonen oder Attiken. Gerade hier sieht sie die leichte Konstruktion klar im Vorteil.

Inspirationen zum Thema Fassadengestaltung mit Klinkerriemchen gab Dirk Staasmeier, Verkaufsleiter Feldhaus Klinker. So bieten verschiedene Verlegevarianten, unterschiedliche Riemchenstärken oder auch die Kombination mit Putzen vielfältige Möglichkeiten der Akzentuierung. Begeistert folgten die Kongressteilnehmer den Ausführungen von Richard Fuchs, Geschäftsführer R+R Fuchs PartGmbB Ingenieurbüro für Fassadentechnik aus München, zum Thema Fassadenplanung. Bereits früh hat er sich auf diesem Planungsfeld als Pionier verdient gemacht und gilt heute zu Recht als einer der bedeutendsten Fassadenexperten. Unter anderem entwickelte er die Fassadenkonstruktion der Münchener Allianz-Arena, die auch im Mittelpunkt seines Vortrags stand. Daneben zeigte er an vielen nationalen wie internationalen Projekten die vielfältigen Herausforderungen moderner Fassadenplanung. Richard Fuchs ist Gründungsmitglied des UBF (Verband der Unabhängigen Berater für Fassadentechnik e.V.) und hat führend an der Ausarbeitung der inzwischen als Standardwerk anerkannten "Honorarordnung für Fassadentechnik" mitgewirkt.

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