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Decke unter Spannung

Bei dem Bauvorhaben Adelindistherme in Bad Buchau handelt es sich um die Renovierung und Modernisierung eines ca. 30 Jahre alten Thermalbades mit Saunalandschaft und Erlebnisbereich. (Foto: FAF GmbH)

Decke unter Spannung
Im Schwimmbadbereich wurden die alten dunklen Holzdecken mit großflächigen weißen Ciling-Deckenfeldern kaschiert. Fotos: FAF GmbH

Aus einem Komplex mit dunklen Mooreiche-Paneelen wurde ein Hallenbad, dessen weiße Spanndeckenfelder und hinterleuchtete Lichtdecken für moderne und helle Atmosphäre sorgen.

Die Adelindistherme in Bad Buchau ist kaum wiederzuerkennen. Wo vorher dunkle Mooreiche-Paneele vorherrschten, dominieren heute weiße Spanndeckenfelder und hinterleuchtete Lichtdecken, die den Raum in eine moderne und freundliche Atmosphäre tauchen. Mit dem Einbau von über 700 m2 Spanndeckenfolie konnte die Deckenneugestaltung der Therme in einer kurzen Bauphase realisiert werden. Die alten Holzdecken mussten dabei nicht demontiert werden. Der Firma Art Design Hahn ist es gelungen, den Schwimmbereich komplett zu verwandeln. Durch die Reflexionskraft der weißen Spanndeckensegel von über 90 Prozent, kombiniert mit den wechselnden Farben des hinterleuchteten Whirlpool-Lichtdeckenkreises sowie der hinterleuchteten Lichtsäule, wurden außergewöhnliche Effekte geschaffen. Sie bieten dem Besucher ein erholsames Ambiente in einem neuen Wellness-Paradies. Die Entscheidung über den Einsatz von Spanndecken kam auf Initiative der Architekten FAF aus Dürmentingen-Burgau. Aufgrund der Herausforderungen war hier Qualität von großer Bedeutung. Die Spanndecken und Lichtdecken wurden von Ciling
Deckenvertrieb geliefert.

Nach Beratung und Information durch Stuckateurmeister Michael Hahn wurden in einer Gemeinschaftsplanung Detailpläne mit Sonderkonstruktionen sowie Lichtkonzepte erarbeitet. Der Einbau der Spanndecken wurde während der Bauphase in mehreren Schritten realisiert. Eine Herausforderung war es, schon während der Abrissarbeiten des bestehenden Beckens mit der Montage einzelner Deckenfelder zu beginnen.

Im Schwimmbadbereich wurden die bestehenden Holzdecken mit großflächigen matt weißen Spanndeckenfeldern kaschiert. Die Herausforderung bestand darin, ein – trotz unterschiedlicher Deckenhöhen – schönes Deckenbild zu chaffen. Dabei wurden die abgehängten Deckenfelder in Größen von 27,50 m2 und 46,36 m2 an die bestehenden Stahlbetonbinder montiert. Insgesamt wurden 730 m2 Spanndecken verarbeitet. Da die alte Decke nicht abgebaut werden musste, sondern mit dem Decke-unter-Decke-System unterspannt wurde, konnte die Bauzeit wesentlich verkürzt
werden. Jetzt spiegelt sich die Wasseroberfläche in der hellen und glatten Decken-Optik, die eine Lichtreflexion von über 90 Prozent aufweist.

Decke unter Spannung
Über dem Whirlpoolbecken wurde auf filigranen Edelstahlstützen ein freitragendes Dach aus einem runden Lichtdeckenmodul mit einer doppelten Lichtdecke konzipiert. Die Lichtdecke dient dabei als Schutz gegen den anfallenden Staub.

Besonderes Augenmerk fällt auf den großen Whirlpool in der Hallenmitte, der optisch die Schwimmbecken von dem Erholungs- und Liegebereich trennt. Seine Konstruktion zieht das Auge sofort an. Über dem Whirlpoolbecken wurde auf filigranen Edelstahlstützen ein freitragendes Dach aus einem runden Lichtdeckenmodul mit einer doppelten Lichtdecke konzipiert. Die obere Lichtdecke dient dabei als Schutz gegen den anfallenden Staub. Mit dieser aufwendigen Konstruktion und dem Einspannen der Lichtdeckenfolie von zwei Seiten zeigte Fachunternehmer Michael Hahn seine Kompetenz. Die farbige Hinterleuchtung der Lichtdecke ermöglicht faszinierende Farbspiele über dem Whirlpool, die die
Aufmerksamkeit der Besucher wecken.

Decke unter Spannung
Die drei Meter hohe Lichtsäule wurde aus einer tragenden Stahlbetonstütze entwickelt. Die Ausführung erfolgte über gezielt eingesetzte Streifen zur Gestaltung der Wellenform in der Lichtsäule. Die hinterleuchtete Lichtfolie lässt die Säule immer wieder in einer anderen Farbe erstrahlen.

Lichtblick in der Schwimmhalle ist die drei Meter hohe Lichtsäule. Eine unschöne, aber tragende Stahlbetonstütze wurde hier mit vier hinterleuchteten Lichtfolien komplett verkleidet, die die Säule immer wieder in einer anderen Farbe erstrahlen lassen. Um dies überhaupt verwirklichen zu können, entwickelte Michael Hahn eine Unterkonstruktion zur Platzierung der Leuchtkörper. Die Ausführung erfolgte über Trennprofile und Aluminium-Streifen zur Gestaltung einer Wellenform in der Lichtsäule. Um die Säule farbig erscheinen zu lassen, wurden rote, blaue, grüne und weiße Leuchtstoffröhren eingebaut. Aus diesem Prinzip der additiven Farbmischung ergeben sich faszinierende Farbverläufe.

Abgerundet wurde der Umbau mit diversen Behandlungs- und Ruheräumen, die ebenfalls mit Lichtdeckenfeldern in
verschiedenen Formen ausgestattet wurden. Das Geheimnis der Lichtdeckenfelder liegt in der transluzenten Diffusorfolie Luxell. Eine Eigenschaft, die die hier eingesetzte Folie nicht transparent, aber trotzdem lichtdurchlässig erscheinen lässt. Spezielle Leuchtmittel hinter der Decke sorgen für eine gleichmäßige, flächige Ausleuchtung. Je nach Größe des Lichtdeckenfelds wurden unterschiedlich viele Leuchtstoffröhren verwendet. Ob als Wandelemente in der Ausführung eines Kreises oder als Deckenelement oberhalb einer Badewanne, dank der Farbstimmung wirken die Lichtdeckenmodule positiv unterstützend im Entspannungsbereich.

Decken vereinen Funktionalität und Montagefreundlichkeit

Durch die eingesetzten matt weißen Spanndecken und hinterleuchteten Lichtdecken wurde beim Umbau der Adelindistherme eine moderne, freundliche und abwechslungsreiche Gestaltung erreicht, die zu einem insgesamt positiv empfundenen Erscheinungsbild beiträgt. Durch die Kombination von Licht- und Deckengestaltung lassen sich Spanndecken und Lichtdecken als innenarchitektonische Elemente mit vielfältigen ästhetischen Effekten professionell
einsetzen.