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Brandschutz: Anforderungen

Was wenige wissen - Dachstühle, sofern sie nicht das private Ein- oder Zweifamilienhaus abschließen, müssen durchaus Anforderungen in Sachen Brandschutz erfüllen. An dieser Stelle bekommen Sie Hinweise, welche das sind und wie damit umzugehen ist.

Brandschutzanforderungen ergeben sich aus den Vorschriften der Bauordnungen der Länder (LBO), basierend auf der Musterbauordnung (MBO) sowie den zugehörenden Ausführungsverordnungen. Nach den Musterbauordnungen gilt:

- Bei aneinander gebauten giebelständigen Gebäuden ist das Dach für eine Brandbeanspruchung von innen nach außen mindestens feuerhemmend (F30-B) auszubilden.

- Bei Dächern, die Aufenthaltsräume abschließen, d. h. bei ausgebauten Dachgeschossen, können aus Brandschutzgründen von den Bauaufsichtsbehörden besondere Anforderungen gestellt werden; aus der Praxis ist bekannt, dass bei Gebäuden mittlerer Bauart (> 7 m bis 22 m von OK Terrain bis OF Fertigfußboden des obersten Aufenthaltsraumes, z. B. Dachgeschosswohnung) in der Regel F30-B (feuerhemmend) und bei Nutzung mit hohem Risikofaktor, z. B. Hotelausbauten bis F 90-B gefordert wird.

-Trennwände zwischen Wohnungen sowie zwischen Wohnungen und fremden Räumen sind in obersten Geschossen von Dachgeschossen mindestens feuerhemmend auszubilden; bei Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen sind die Trennwände bis zur Rohdecke oder bis unter die Dachhaut zu führen.

Bei der Realisierung der Brandschutzforderungen in der Dachfläche ist die Ausführung der Beplankung die entscheidende Größe. In unten angehängten Tabelle sind Konstruktionen mit den Alternativen von feuerhemmend (F30-B) bis F90-B mit Gipsplattenbeplankung zusammengestellt.

Werden Forderungen an den Brandschutz der Dachfläche gestellt, sind die Gipsplatten der Sichtschale im Anschlussbereich (Giebel) zu hinterlegen (z. B. mit Metallprofilen, Holzlatten, Steinwolle- oder Gipsplattenstreifen). Die Fugen sind mit Gipsspachtel in Dicke der Beplankung zu verspachteln.