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Ausbau mit 5 Sternen

In knapp zwei Jahren Bauzeit entstand in Keitum auf Sylt eine exklusive Hotelanlage der Superlative. Mit einer Fläche von rund 5.000 m2 verfügt das Gebäudeensemble über das längste zusammenhängende Reetdach Europas. Im Innern sorgt ein friesisch inspirierter Baustil für viel Luxus. (Fotos: J. Brinkmann GmbH Bauunternehmung / Saint-Gobain Rigips GmbH)

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Luxus auf Friesisch. Ganz gleich, ob im Konferenzraum, im Kaminzimmer oder in der Lobby – hochwertige Wand- und Deckenkonstruktionen in Q4-Qualität bilden die Grundlage für ein stilvolles Interieur. Alle Fotos: J. Brinkmann GmbH Bauunternehmung / Saint-Gobain Rigips GmbH

Das Wort „Resort“ trifft es wohl besser als Hotel – so vielfältig und großzügig sind die verschiedenen Angebote, die das Severin´s seinen Gästen unterbreitet: 62 luxuriös ausgestattete Zimmer und Suiten zwischen 40 und 200 m2 sowie drei Appartementhäuser mit 22 Appartements für zwei bis sechs Personen bieten den exklusiven Rahmen für entspannte Tage inmitten einer Dünen- und Heidelandschaft. Unter anderem eine Teestube, ein Kaminzimmer sowie ein elegantes Restaurant dienen dem leiblichen Genuss genauso wie die umfangreichen Erholungs- und Fitnessangebote in dem rund 2.000 m2 großen Spa-Bereich. Außerhalb der Gebäude genießen die Gäste auf einem 30.000 m2-Areal den Blick auf das Wattenmeer.

„Schon bei der Anreise zur Baustelle war auch dem letzten Mitarbeiter aus unserem Team klar, dass es sich um ein besonderes Projekt handelt. Auch wenn wir von Land und Meer dann vor Ort nicht mehr viel mitbekommen haben, da wir uns voll und ganz auf die Herausforderungen in dieser riesigen Anlage konzentriert haben“, berichtet Peter Brinkmann. Noch heute gerät der Geschäftsführer über das breite Aufgabenspektrum ins Schwärmen, kann sich aber auch noch gut an den enormen Zeitdruck erinnern. „Viele Elemente und Ideen sind erst während der Bauphase entstanden, was häufig kurzfristige Änderungen und logistische Kraftanstrengungen mit sich brachte. Sonderkonstruktionen, Formteile und Spezialplatten mussten innerhalb kürzester Zeit gefertigt und dann schnellstmöglich auf die Insel gebracht werden.“ Ohne die Fachberater bei Rigips sowie die beteiligten Fachhändler wäre das nicht zu schaffen gewesen, betont Brinkmann explizit.

Das vorgefertigte Mobiliar ließ keine Ungenauigkeiten zu

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Präzise Unikate. Kein Zimmer gleicht dem anderen. Unterschiedliche Grundrisse sowie vorgefertigtes Einbaumobiliar verlangten beim Ausbau große Sorgfalt und exakte Maßarbeit.

Betrachtet man die fertig ausgebauten Hotelzimmer und Appartements, so kann man die komplexen Aufgaben erahnen: Sämtliche Zimmer sind in ihrem Grundriss unterschiedlich. Einige von ihnen erstrecken sich über zwei Etagen und verfügen über eine Galerie. Die Messlatte für das Ausbauteam lag hoch:

  • Q4 für alle Oberflächen war eine Selbstverständlichkeit.
  • Alle Übergänge zu Dach- und Wandschrägen sowie Eckausbildungen an den Gratsparren erforderten hohes handwerkliches Geschick und eine ruhige Hand.
  • Sämtliche Trennwände mussten hohen Schallschutzanforderungen gerecht werden und wurden entsprechend als Doppelständerwände erstellt.
  • Verkofferungen und Vorsatzschalen sowie diverse Abkastungen und Nischenausbildungen, zum Beispiel für TV-Geräte, wurden doppelt beplankt und hochwertig verspachtelt.
 

Doch vor allem war absolute Maßgenauigkeit entscheidend: „Es musste mit großer Sorgfalt und nahezu millimetergenau gearbeitet werden, da alle Maße mit dem bereits vorgefertigten Mobiliar korrespondieren mussten. Gleiches galt für die Bäder: Die Fliesen waren bereits vorab auf Maß geschnitten, die gesamten Sanitäreinrichtungsgegenstände auf das jeweilige Zimmer individuell abgestimmt“, berichtet Bernhard Osterkamp, verantwortlicher Projektleiter bei der J. Brinkmann GmbH Bauunternehmung.

Dieselbe bauliche Sorgfalt war in den Tagungsräumen, der Lobby sowie den Gastronomiebereichen gefordert. Dort spielten neben den optischen Anforderungen an den Innenausbau vor allem raumakustische Qualitäten und die Einbindung einer hohen Installationsdichte eine entscheidende Rolle. So mussten beispielsweise bei der Ausführung der Deckenkonstruktion in der friesischen Teestube viele unterschiedliche Komponenten berücksichtigt werden. Sämtliche Einbauten wie Lüftungskanäle, Beleuchtungskörper, Verstärkungen für Holzunterbauten, unterschiedlichste Abstufungen sowie freie Deckenränder für den Ablufttransport mussten harmonisch miteinander in Einklang gebracht werden.

 

Akustikdecken sorgen für die nötige Raumbedämpfung

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Gedämpfte Atmosphäre. Für Ruhe und eine gute Sprachverständlichkeit sorgen Akustikdecken. Die Lochdecken wurden in den repräsentativen Bereichen aus optischen Gründen zusätzlich mit feinem Akustikputz beschichtet.

Gemäß Rigips-System AD10RTA wurde in einem ersten Schritt die Unterkonstruktion aus Grund- und Tragprofilen (Rigips Deckenprofile CD 60/27) in Achsabständen von 700 mm bei den Grundprofilen und 335 mm bei den Tragprofilen erstellt und mithilfe von Nonius-Abhängern ca. 500 mm tief von der Rohbeton-Decke abgehangen. Die Beplankung erfolgte mit Lochplatten (Rigitone 12/25 Q). „Das Lochbild wurde aus gestalterischen Gründen zusätzlich mit einem feinen Akustikputz beschichtet. Sämtliche Verstärkungen oberhalb der sichtbaren Deckenflächen wurden mit Nonius-Abhängern ausgeführt und teilweise aus Platzmangel flächenbündig in die Unterkonstruktion eingearbeitet. Für angenehme Ruhe und eine gute Sprachverständlichkeit sorgt diese Deckenkonstruktion unter anderem auch in der Lobby, einem Konferenz- und Seminarraum, dem großen Restaurant sowie dem Kaminzimmer – zusammen rund 700 m2 Deckenfläche. Darüber hinaus wurden hier Hunderte von zusätzlichen Holzverstärkungen oberhalb der Abhangdecken zwischen den Konstruktionsprofilen montiert, damit die sichtbaren friesischen Stilelemente kraftschlüssig befestigt werden konnten“, so Bernhard Osterkamp.

Im so genannten Kids Club sowie im Yoga- und im Fitnessraum wurden sichtbare
Lochdecken mit einer zusätzlichen Schallschutzauflage aus 40 mm dicker Mineralwolle (Isover) verbaut. Hier sorgten vor allem die Integration verschiedener Lichtöffnungen und Revisionsklappen sowie die Ausbildung von Schatten- und Abluftfugen und die Montage zahlreicher Faltelemente für Herausforderungen im Detail.

 

Hochwertiger Brand-, Schall- und Korrosionsschutz im Ausbau

Der Brandschutz stand insbesondere in den Flurbereichen im Fokus. Dort kam eine Variante des freitragenden Rigips-Deckensystems FD22RF für eine Brandbeanspruchung von oben und unten zum Einsatz. „Aufgrund unterschiedlicher Spannweiten haben wir dort unter statischer Berücksichtigung CW-Profile in den Abmessungen 50 bis 125 mm Rücken an Rücken montiert und als Unterkonstruktion verwendet. Die Beplankung erfolgte einlagig mit 18 mm starken Feuerschutzplatten RF. Zusätzlich wurde die Unterkonstruktion oberseitig mit 120 mm breiten Streifen aus 25 mm dicken Feuerschutzplatten abgedeckt. Die gesamte Deckenfläche erhielt eine Dämmauflage aus 40 mm dicker, nicht brennbarer Mineralwolle“, erinnert sich Projektleiter Bernhard Osterkamp.

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Feuchte- und Korrosionsschutz. Schwimmbadseitig erhielten alle Wände eine doppelte Beplankung mit 12,5 mm dicken Glasroc-H-Platten. Die abgewandte Seite wurde doppellagig mit imprägnierten Bauplatten RBI beplankt.

Eine Welt für sich bildet der rund 2.000 m2 große Spa-Bereich, in dessen Zentrum sich ein 16 m langes und 9 m breites Schwimmbad befindet. Hier galt es für das Ausbauteam, hochwertige Gestaltungselemente zu realisieren und die Räumlichkeiten mit leistungsfähigen Schallschutzkonstruktionen zu einer Oase der Ruhe werden zu lassen. Das Wichtigste jedoch: Alle Konstruktionen mussten einen zuverlässigen Feuchte- und Korrosionsschutz erhalten. „Für die das Schwimmbad umlaufenden Wände kam deshalb nur eine Doppelständerwand aus 2 x CW 100 Rigips-Profilen in der stark korrosionsgeschützten C5M-hoch-Variante infrage. Profile und Zubehöre in dieser Ausführung besitzen eine blaue Schutzlackierung und bieten eine hohe Sicherheit und lange Lebensdauer der Gesamtkonstruktion selbst bei erheblicher Feuchtebelastung. Sie erlauben sogar die Verwendung in Bereichen mit sehr hoher Korrosionsbelastung wie etwa in Thermen oder Solebädern“, erläutert Peter Brinkmann.

Enger Radius für runde Dampfsauna in Trockenbauweise

Zur Verbesserung des Schallschutzes legte sein Mitarbeiterteam zunächst zwei Lagen Mineralwolle in die Profile, bevor die Wände schwimmbadseitig eine doppelte Beplankung mit 12,5 mm starken Glasroc H-Platten erhielten. Dabei handelt es sich um vliesarmierte, stark hydrophobierte Spezialgipsplatten nach EN 15283-1, die dem Typ GM-FH1 mit stark reduzierter Wasseraufnahme entsprechen. Mit ihrer grundierten Oberfläche ist diese Ausbauplatte zur Herstellung von hochwertigen und langlebigen Trockenbaukonstruktionen im Wand- und Deckenbereich von Feucht- und Nassräumen geeignet, die zudem auch mit Fliesen versehen werden können: Glasroc H ist schon bei einlagiger Beplankung und einem Ständerachsabstand von 625 mm für keramische Beläge mit einem Flächengewicht von 30 kg/m2  geeignet.

Die andere Seite der Doppelständerwände wurde, ebenfalls doppellagig, mit 12,5 mm dicken Rigips Bauplatten imprägniert RBI beplankt. Auf dieser Wandseite sind diverse Kosmetik-, Massage- und Ruheräume untergebracht. „Die Herausforderung bei der Wandmontage bestand dort vor allem darin, die gewünschten Lichtöffnungen inklusive der Laibungen extrem maßgenau einzumessen und auszubilden und das alles im Zusammenspiel mit allen anderen parallel in diesen sensiblen Räumen tätigen Gewerken“, so Peter Brinkmann.

 

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Dampfsauna. Eines der auffälligsten Raumelemente bildet eine 4,6 m hohe, innenliegende Dampfsauna. Ihre Errichtung wurde u. a. durch den geringen Radius von nur 1.500 mm zur komplexen Aufgabe.

Eines der auffälligsten Raumelemente bildet eine 4,6 m hohe, innenliegende Dampfsauna. Ihre Errichtung wurde unter anderem durch den geringen Radius von nur 1.500 mm zur komplexen Aufgabe, insbesondere bei der Beplankung. So wurden der Abstand der Ständerprofile auf 200 mm reduziert und die imprägnierten Bauplatten zur inneren und äußeren Beplankung vorgenässt, um sie besser an die Rundung des Baukörpers anpassen zu können. „Im Eingangsbereich zur Dampfsauna haben wir darüber hinaus ein lineares Wandstück mit zwei umlaufenden Rücksprüngen angelegt. Der direkte Deckenbereich vor der Tür wurde wiederum mit Glasroc H beplankt, um so eine zusätzliche Sicherheit im Falle von austretendem Dampf zu gewährleisten. Die Unterkonstruktion im Anschluss an die Dampfsauna wurde mit vorgestanzten UW-Profilen an die Rundung angepasst“, erläutert Bernhard Osterkamp.