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Arche Noah mit grüner Luft

Zusammen mit der örtlichen Diakonie realisierte das Ostseebad Kühlungsborn den Neubau einer Kindertagesstätte, die Betreuungsplätze für 126 Kinder bietet. Der energetisch optimierte Neubau wurde mit vorgefertigten Holzrahmenwänden erstellt.

Arche Noah mit grüner Luft
Kindgerecht. Große Fensterflächen bieten helle, lichtdurchflutete Räume. Sorgsam positionierte farbige Flächen setzen in den weißen Räumlichkeiten bunte Akzente, Schadstoff absorbierende Platten sorgen für ein gesundes Klima. Foto: Fermacell

Die alte Kita im Ostseebad Kühlungsborn platzte aus allen Nähten und war nicht mehr zeitgemäß. Gemeinsam mit dem lokalen Diakonieverein plante die Gemeinde Ostseebad Kühlungsborn daher einen Ersatzneubau, der energetisch und funktionell modernen Standards entsprechen sollte. Mindestens 117 Kinder (9 mit besonderem Betreuungsbedarf) sollen in der Einrichtung Platz haben.

Entstanden ist ein kompakter Baukörper (Außenmaße 32,22 × 23,64 m), der wegen des kleinen Grundstücks zweigeschossig konzipiert wurde. Mit leicht schräg geneigter Wand und einer hinterlüfteten Fassadenbekleidung aus Holz erinnert das Gebäude an ein Schiff und nimmt so Bezug auf den Namen der Einrichtung: „Arche Noah“. Damit entspricht der Entwurf des Rostocker Architekturbüros Buttler Architekten gleichzeitig den Vorgaben der Gemeinde, die eine moderne und zeitgerechte Architektur gefordert hatte.

Sämtliche Räume werden über einen sich nach oben öffnenden, zentralen Multifunktionsraum erschlossen. Von hier aus führt eine große Treppe ins Obergeschoss, wo alle Räume über eine umlaufende Galerie erreichbar sind. Ein weiteres Treppenhaus befindet sich an der nördlichen Gebäudeecke. Insgesamt verfügt das Gebäude über eine Bruttogrundfläche von 1.400 m².

Arche Noah mit grüner Luft
Sämtliche Räume werden über einen sich nach oben öffnenden, zentralenMultifunktionsraum erschlossen. Die gesamte Anlage ist barrierefrei mit Aufzug für den behindertengerechten Zugang zur oberen Etage ausgestattet. Foto: Fermacell

Die gesamte Anlage ist barrierefrei ausgestattet. Ein Aufzug ermöglicht den behindertengerechten Zugang zur oberen Etage. Große Fensterflächen und Dachverglasungen sorgen für helle, gleichmäßig ausgeleuchtete Räume.

Nachwachsende Rohstoffe bekamen vom Bauherrn den Vorrang
Entsprechend der Aufgabenstellung des Bauherrn sollte ein nachhaltiger Neubau unter Verwendung von Holz erstellt werden. Die Ausführung der Kita als Holzrahmenbau nimmt das Thema Verwendung von Holz als nachwachsender Rohstoff und Träger regenerativer Energie unter Bindung von CO2 auf. Durch die Orientierung der Gruppenräume nach Süd und Südost werden solare Gewinne erzielt, während die Nebenräume nach Norden ausgerichtet sind.

Sämtliche Außen- und Innenwände wurden als vorgefertigte Holzrahmenwände, bestehend aus Holzständern mit aussteifenden Bekleidungen aus OSB-Platte ausgeführt. Die Elemente wurden komplett im Werk vorgefertigt. Eingesetzt wird ein Einfachständerwerk. Die Konstruktion wird nach außen hin durch eine Holzfaserdämmplatte mit wärmedämmendem Putzsystem bzw. mit Dämmung und hinterlüfteter Holzfassadenbekleidung geschlossen.

Arche Noah mit grüner Luft
Schadstoff-Bekämpfung. Der raumseitige Abschluss erfolgte durch die Beplankung mit der greenline Platte in 12,5 mm Dicke, die VOCs (flüchtige organische Verbindungen) aus der Raumluft bindet und dauerhaft neutralisiert. Foto: Fermacell

Der raumseitige Abschluss erfolgte durch die Beplankung mit der Fermacell greenline Gipsfaser-Platte in 12,5 mm Dicke, die VOCs (flüchtige organische Verbindungen, Anm. die Red.) aus der Raumluft bindet und dauerhaft neutralisiert. Die Platten wurden mit Klammern direkt auf den OSB-Platten befestigt. Die Dämmung der Gebäudehülle erfolgte mit
einer Zellulose-Einblasdämmung.

Die Geschossdecken wurden als Holzelementdecken mit einem Fußbodenaufbau aus Zementestrich und entsprechendem Trittschallschutz ausgeführt und erhielten abschließend je nach Raumbestimmung einen Oberbelag aus Fliesen oder Linoleum. Unterseitig wurde in den Gruppenräumen eine Beplankung mit Akustikelementen realisiert. Bei den Decken- und Dachkonstruktionen mit Brand- bzw. Schallschutzanforderungen kamen ebenfalls Gipsfaser-Platten zum Einsatz. Die Gesamtkonstruktionen erfüllen bereits durch Beplankungen mit 1 × 10 mm dicken Platten die Brandschutzanforderung F30-B von unten. Um den Schallschutz zu verbessern, wurden die Unterdecken vorwiegend
federnd abgehängt.

Schadstoffarmer Innenausbau war Teil des Gesamtkonzepts
„Grundsätzlich“, erklärt Planerin Dörte Hoffmann von Buttler Architekten die Baustoffwahl, „ist vom Bauherrn die Aufgabe an uns herangetragen worden, eine Kindertagesstätte in nachhaltiger Bauweise zu planen und zu realisieren.“ Im Hinblick auf die Sensibilität von Kindern habe man daher speziell für die Innenraumgestaltung nach einem Baustoff gesucht, der schadstoffarm ist. „Wir haben den Bauherrn gezielt in die Baustoffwahl einbezogen“, so Hoffmann. Er habe dann auch die Auswahl entscheidend beeinflusst. „Wegen der geprüften gesundheitlichen Unbedenklichkeit“, berichtet Dörte Hoffmann, „hat sich die RSM bewusst für den Einsatz von Fermacell greenline entschieden und dafür auch die Mehrkosten in Kauf genommen.“ Entscheidend sei dabei gewesen, dass der Hersteller bereits mit herkömmlichen Gipsfaser-Platten baubiologisch unbedenkliche Produkte anbiete und mit greenline die ökologischen Qualitäten des Baustoffs weiterentwickelt habe.

Erreicht wird die Neutralisierung gesundheitsschädlicher Stoffe durch eine spezielle beidseitige Beschichtung mit einem Wirkstoff auf Keratinbasis, der auf der natürlichen Eigenschaft von Schafwolle basiert. Der Wirkstoff ist dauerhaft aktiv, auch unter Endbeschichtungen. Optimal sind – wie im vorliegenden Fall realisiert – diffusionsoffene Oberbeläge. Der Wirkmechanismus wurde im Rahmen von umfangreichen Testserien u. a. durch das eco-Institut in Köln geprüft und bestätigt. Messungen bei Bauvorhaben, die in regelmäßigen Abständen und unter gleichen Bedingungen durchgeführt wurden, zeigten, dass nach Abschluss der Trockenbauarbeiten mit greenline die Schadstoff-Werte der Raumluft kontinuierlich sinken.

Arche Noah mit grüner Luft
Mit leicht schräg geneigter Wand und einer hinterlüfteten Fassadenbekleidung aus hellem Holz erinnert der Neubau einer Kita im Ostseebad Kühlungsborn an ein Schiff. Foto: Fermacell

Der Einsatz der greenline Gipsfaser- Platte sorgt nicht nur für gesunde Luft in der Kita, sondern erfüllt auch die bauphysikalischen Anforderungen an den Schall- und Brandschutz. Entsprechend dem durch Dipl.-Ing. Angela Eisert, Eisert Fachplanung in Mahlow, erstellten Brandschutzgutachten erreichen die mit Fermacell Gipsfaser-Platten (Baustoffklasse A2 nichtbrennbar gem. DIN EN 13501-1) ausgeführten Wand- und Deckenkonstruktionen die Feuerwiderstandsklasse F30-B.

Besondere Wirtschaftlichkeit ist dadurch gegeben, dass nur ein Plattentyp für alle Anwendungsgebiete erforderlich ist. Durch eine entsprechende werkseitige Imprägnierung, mit der alle Platten standardmäßig ausgerüstet sind, konnten die Fermacell Gipsfaser-Platten bei allen Wandkonstruktionen in den mäßig beanspruchten Feuchträumen eingesetzt werden. Hier erfolgte die einlagige 12,5 mm Beplankung auf einer Metallunterkonstruktion, die mit einem Achsabstand von 62,5 cm montiert wurde. Einlagige Beplankungen aus Fermacell Gipsfaser- Platten sind ohne Einschränkung für alle Platten aus keramischem Material geeignet.